Ars Vitalis

Ars Vitalis“ tobt sich auf der TiF-Bühne aus – Skurriles Geburtstagsfest des Vereins „ARTgerecht“

VON GEORG AHRENS, BREMERHAVEN.
Drei Jahre sind zwar noch kein Alter, aber so lange gibt es nun schon den Verein „ARTgerecht“. So wollte man dann den „Kindergeburtstag“ ganz besonders feiern und hatte dazu Mitglieder, Freunde und Förderer ins Theater im Fischereihafen (TiF) eingeladen, zu einem Abend mit musikalischem Kabarett.

Ziel des Vereins sei es, den Blick auf so genannte „Randgestalten der Gesellschaft“ zu lenken. Zu denen gehören ganz sicher auch Klaus de Huber, Peter Willmanns und Buddy Sacher. Die nicht mehr ganz taufrischen Herren bilden nämlich das Trio „Ars Vitalis“, und, wie sich zeigen sollte, war das, was sie da vorne mit ihrem Programm „Fahrenheit“ ablieferten, der absolute, skurrile und dennoch hochkarätige Wahnsinn. Teddy und Trompete Da hatten sie ein arg heruntergekommenes Zelt auf die Bühne gestellt, aus dem sie nach und nach hervorkrochen. „Es tagt, der Sonne Morgenstrahl weckt alle Kreatur“, sangen sie. Das gehörte in den nächsten zwei Stunden zu
den wenigen sinnvollen Texten. Denn während der Huber mit seinem Teddy sprach und dann ein bisschen Trompete spielte, rief ihm der Sacher zu: „Machen Sie doch, was Sie wollen, aber vergessen sie nicht, dass es in d-Moll aufhört!“

Willmanns setzte zu einem wirklich gekonnten Jazz-Solo an, wurde nach wenigen Takten jedoch abrupt durch irgendeinen Blödsinn seiner beiden Mitstreiter abgewürgt und rächte sich dann, indem er Plastikflaschen vor dem Mikro malträtierte, auf der Spieluhr kommunistische Kampflieder spielte und ein kleinesGlöckchen zum Klingen
brachte. Spätestens jetzt konnte man glauben, das Trio absolviert gerade in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt eine Musiktherapiestunde. Zwischendurch ließen die Männer zwar immer mal wieder durchblicken, dass sie hervorragende Instrumentalisten sind, brachten aber kein komplettes Stück auf die Reihe. Und immer, wenn man dachte, „doofer geht es nicht“, setzten sie noch eins obendrauf. Schließlich sah es auf der Bühne aus wie in einem zugemüllten Kinderzimmer. „Was erhoffen Sie sich eigentlich?“, hatte zwischendurch mal völlig zusammenhanglos der Sacher von dem Trio überhaupt nichts erhofft hatte, der mag seine Freude gehabt haben an dieser Mischung aus zweckfreiem Nonsens, aus Seniorengymnastik und hochkarätigen Musiksplittern.

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